Image result for readingWas ist ein Lesezirkel

Bei einem Lesezirkel mieten private und geschäftliche Kunden vorher ausgesuchte Zeitschriften, anstatt diese zu kaufen. Sie bekommen dabei regelmäßig, meist wöchentlich, die bestellte Auswahl geliefert, dabei wird die jeweils vorherige Lieferung an Zeitschriften wieder abgeholt. Preislich ist es oft deutlich günstiger, die Zeitschriften nur zu mieten. Der Preis hängt neben der Anzahl der bestellten Zeitschriften auch davon ab, wie alt die jeweiligen Ausgaben sind. Nach Erscheinen einer Zeitschrift wird die aktuelle Ausgabe beim Lesezirkel natürlich teuer vermietet, als dieselbe Zeitschrift, die nach der ersten Vermietung bereits eine Woche alt ist.

Woher kommen die Lesezirkel?

Die Idee des Lesezirkels war bereits im 17. Jahrhundert verbreitet, als Bücher und Zeitschriften noch deutlich teurer und weniger aktuell waren als heute. Buchhandlungen und verschiedene Bibliotheken begannen, Zeitungen und Zeitschriften gegen Geld zu verleihen und sicherten sich so ein Extrageschäft. Die ersten gewerblichen Lesezirkel, deren ausschließliches Geschäft die Vermietung von Zeitungen, Zeitschriften und Bücher war, entstanden um 1850. Erstmals organisierte sich die Branche professionell im Jahre 1908, als der Verband der Besitzer Deutscher Lesezirkel gegründet wurde. Hier wurden gemeinsame Standards festgelegt und die teilweise Zusammenarbeiten eingeführt. Durch immer preiswertere und aktuellere Zeitschriften haben sich seit den 1960 Jahren bei Lesezirkeln 4 Leseklassen etabliert. Dies bedeutet, dass eine Zeitschrift im Lesezirkel nur noch 4 Mal verliehen wird. Diese Zahl war am Anfang der Lesezirkel, und bis ins 20. Jahrhundert hinein, deutlich größer.

Wer sind die heutigen Kunden der Lesezirkel?

Bis heute haben Lesezirkel private und gewerbliche Kunden. Lesebegeisterte Privathaushalte können so eine große Menge an Zeitschriften erhalten und gewerbliche Kunden ohne viel Aufwand ihren Kunden aktuelle, oder wenigstens halbwegs aktuelle Zeitschriften bieten, um z.B. die Wartezeit zu verkürzen. Als traditionelle gewerbliche Kundschaft der Lesezirkel werden heute immer wieder Cafés, Arztpraxen und Friseursalons genannt. Die gewerblichen Kunden profitieren insbesondere davon, dass sie sich nicht selbst um den Austausch der Zeitschriften kümmern müssen.